Farbnuancen des Weins

Rot, Weiß und Rosé – wovon hängt seine Farbe ab?

Farbnuancen des Weins

veröffentlicht am: 07/03/2022

Das erste, was wir von einem Wein im Glas wahrnehmen, ist seine Farbe. Hinter Rot, Weiß und Rosé als erste Klassifizierung eröffnet sich eine Welt (in jeder Hinsicht). Es wäre ja auch zu einfach, einen Wein nur auf der Grundlage dieser ersten Unterscheidung zu beurteilen...
Aber wovon hängt die chromatische Tönung ab und welche unterschiedlichen Farbnuancen kann ein Wein bereithalten?

 

Farbe: die Bedeutung der Polyphenole

Die Farbe des Weins wird hauptsächlich von polyphenolischen Substanzen bestimmt, die in der Schale der Trauben enthalten sind, wie z.B. Flavone, Anthocyane, Leucoanthocyanine und andere. Je nach ihrer Konzentration in den Beerenhäuten, der Dauer ihres Kontakts mit dem Most sowie anderen Aspekten der Weinherstellung kann ein Wein eine mehr oder weniger intensive und brillante Farbe annehmen.

Aber nicht nur die Farbstoffe in den Schalen sind für die Farbe eines Weins verantwortlich. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Rebsorte, die in ihrer eigenen Weise die Farbstoffe im Inneren der Trauben freisetzt. So ergeben beispielsweise Sorten wie Syrah und Cabernet Sauvignon Weine mit einer intensiveren Farbe als Pinot Noir oder Sangiovese.

Eine weitere wichtige Variable ist die Mazerationszeit, d.h. wie lange die Schalen mit dem Most in Kontakt bleiben: Während sie bei Rotweinen mehrere Wochen dauern kann, beschränkt sie sich bei Roséweinen auf einige Stunden und kommt bei Weißweinen überhaupt nicht vor.

Schließlich müssen auch bestimmte Produktionstechniken berücksichtigt werden, die wiederum die Farbe des Weins beeinflussen können. Zum Beispiel die Anzahl der Umfüllungen, d.h. das Umrühren des Mostes von unten nach oben im Gärtank, die Menge des verwendeten Schwefeldioxids oder der Einsatz von Barriques und Holzbehältern zur Reifung. Diese neigen dazu, die Farbe von Rotweinen zu stabilisieren, während sie Weißweinen goldene Töne verleihen. Auch der Zeitfaktor sollte nicht unterschätzt werden, denn die Entwicklung des Weins führt unweigerlich zu einer Veränderung des  Farbtons: ein intensives Rubinrot wird im Laufe der Jahre durch den Oxidationsprozess zu einem Granatrot.

 

Rot, Weiß und Rosé. Aber das ist nur der Anfang...

Die wichtigste Farbeinteilung unterscheidet zwischen Rot-, Weiß- und Roséweinen. Wenn wir jedoch mehr ins Detail gehen wollen, können wir für jede Unterkategorie noch verschiedene Abstufungen vornehmen

Bei den Rotweinen können folgende Nuancen auftreten:

  • Purpurrot, typisch für junge, frische und trinkbare Weine, wie Lambrusco;
  • Rubinrot, charakteristisch für die meisten Weine;
  • Granatrot, für Weine, die in Holz gelagert wurden oder eine lange Reifezeit hinter sich haben;
  • Orangerot bei reifen Weinen. Manchmal ist dies ein Zeichen für eine mögliche Veränderung der organoleptischen Eigenschaften aufgrund des Reifegrades.

Weißweine hingegen weisen eine Reihe von Nuancen auf, die von grünlichen bis zu dunkleren, goldenen Farbtönen reichen:

  • Grünlich-Gelb, für junge Weißweine mit einem starken Säureanteil. Riesling ist dafür das beste Beispiel;
  • Strohgelb, typisch für noch junge Weine, mit einer guten Balance zwischen Härte und Weichheit, so wie Chardonnay;
  • Goldgelb, charakteristisch für Weine aus überreifen Trauben, die manchmal kurz in Holz gelagert wurden;
  • Bernsteingelb ist die Farbe von Likörweinen, bei denen der Säuregehalt fast Null ist.

Bei Roséweinen, die aus dunklen Trauben hergestellt werden, hängt die Farbe hauptsächlich von der Dauer der Mazeration mit den Schalen ab. Sie können daher wie folgt weiter klassifiziert werden:

  • Blassrosa, was auf eine kurze Mazerationszeit von ein paar Stunden hinweist, wie der Loris Vino Rosato;
  • Kirschrosa, wobei die Schalen länger mit dem Most in Kontakt bleiben;
  • Pink ist der intensivste Roséton als Ergebnis eines größeren Übergangs von Farbstoffen aus den Schalen in den Most.

 

Und Orange Wines?

Unter diesem Begriff versteht man mazerierte Weißweine, die das Ergebnis einer alten, ländlichen Tradition sind, die erst in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde. Ihre besonders intensive Farbe rührt von einem längeren Kontakt mit den Schalen her, was dem Wein nicht nur Farbstoffe, sondern auch sehr einzigartige Noten und Düfte verleiht. Bei welcher Temperatur sollten sie serviert werden? Bei 15° und die Flasche am besten ein paar Minuten vor dem Servieren öffnen.
Was die Kombination mit Speisen betrifft, so passen sie sehr gut zur Ethno- und Orientküche mit starker Betonung der Gewürze.
 

 

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