Amarone della Valpolicella: Herstellung, Geschmack und Wissenswertes

Was diesen Rotwein besonders macht

Amarone della Valpolicella: Herstellung, Geschmack und Wissenswertes

veröffentlicht am: 23/09/2026

Kaum ein italienischer Rotwein hat in Deutschland einen so klangvollen Namen wie der Amarone. Er stammt aus der Valpolicella, dem Hügelland nördlich von Verona, und entsteht aus Trauben, die nach der Lese monatelang trocknen, bevor sie gekeltert werden. Heraus kommt ein kraftvoller, trockener Wein mit mindestens 14 % Alkohol, Aromen von Kirschlikör und Schokolade und einer bemerkenswerten Lagerfähigkeit. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Amarone hergestellt wird, worin er sich von Ripasso und Recioto unterscheidet, wie Sie ihn richtig servieren und zu welchen Gerichten er am besten passt.

 

Was ist Amarone della Valpolicella?

 

Amarone della Valpolicella DOCG ist ein trockener Rotwein aus der Provinz Verona in Venetien. Er wird überwiegend aus den einheimischen Rebsorten Corvina, Corvinone und Rondinella gekeltert, deren Trauben vor der Gärung getrocknet werden. Dieses Verfahren heißt Appassimento. Seit 2010 trägt der Amarone den DOCG-Status, die höchste Stufe im italienischen Herkunftssystem.

 

Geschichte: vom süßen Recioto zum trockenen Amarone

 

Getrocknete Trauben haben in der Valpolicella eine lange Tradition. Über Jahrhunderte war dieser Stil süß. Aus ihm ging der Recioto della Valpolicella hervor, ein Dessertwein, dessen Gärung endet, bevor der gesamte Zucker zu Alkohol geworden ist.

Der trockene Amarone ist dagegen eine vergleichsweise junge Erfindung. Der Überlieferung nach ließ man in der Kellerei von Negrar in den 1930er-Jahren ein Fass Recioto versehentlich durchgären. Kellermeister Adelino Lucchese soll beim Probieren gerufen haben, das sei kein „amaro" (bitter), sondern ein „Amarone". Die ältesten erhaltenen Flaschen mit diesem Namen stammen aus dem Jahrgang 1936. 1968 wurde der Wein Teil der DOC Valpolicella, 2010 erhielt er seine eigene DOCG.

 

Rebsorten und Anbaugebiet

 

Das Reglement der DOCG schreibt 45 bis 95 Prozent Corvina und/oder Corvinone vor, dazu 5 bis 30 Prozent Rondinella. Kleinere Anteile weiterer zugelassener roter Sorten wie Molinara oder Oseleta sind möglich. Corvina bringt Kirschfrucht und Frische, Corvinone zusätzliche Struktur, Rondinella Farbe und eine dicke Beerenhaut, die beim Trocknen vor Fäulnis schützt.

Das Anbaugebiet umfasst 19 Gemeinden der Provinz Verona, zwischen dem Gardasee im Westen und der Grenze zur Provinz Vicenza im Osten. Die Täler ziehen sich von den Lessinischen Bergen wie die Finger einer Hand nach Süden. Weine aus dem historischen Kerngebiet mit den Gemeinden Fumane, Marano, Negrar, San Pietro in Cariano und Sant'Ambrogio dürfen den Zusatz Classico tragen; auch die Unterzone Valpantena im Osten darf auf dem Etikett stehen.

Venetien hat neben dem Amarone viele weitere Weine zu bieten, vom Soave bis zum Prosecco.

 

Appassimento: So entsteht Amarone

 

Die Lese erfolgt ausschließlich von Hand, meist zwischen Ende September und Mitte Oktober. Ausgewählt werden gesunde, locker gebaute Trauben, die in flachen Kisten oder auf Bambusgestellen in luftigen Trockenräumen ausgelegt werden, den sogenannten Fruttai.

Gekeltert werden darf frühestens ab dem 1. Dezember, viele Betriebe warten bis Januar oder Februar. Die Gärung verläuft langsam, weil Winterkälte und hoher Zuckergehalt die Hefen bremsen. Der Wein wird fast vollständig durchgegoren und muss mindestens 14 % vol erreichen. Danach reift er mindestens zwei Jahre, gerechnet ab dem 1. Januar nach der Lese; für die Riserva sind vier Jahre vorgeschrieben.

 

Amarone, Ripasso, Recioto und Valpolicella: die Unterschiede

 

Die vier Weine stammen aus denselben Rebsorten und demselben Gebiet, unterscheiden sich aber deutlich im Stil. Der Valpolicella DOC ist der frische, unkomplizierte Rotwein der Region, ideal zu Pasta oder Pizza. Der Valpolicella Ripasso wird ein zweites Mal über den Trester des Amarone oder Recioto geleitet und gewinnt dadurch Farbe, Körper und Aroma; viele nennen ihn den „kleinen Amarone". Der Recioto della Valpolicella DOCG ist die süße Variante aus getrockneten Trauben, der Amarone die trockene.

Den direkten Vergleich ermöglicht die Amarone & Ripasso Kollektion mit je drei Flaschen Amarone della Valpolicella DOCG und Valpolicella Ripasso Superiore DOC.

 

Geschmack, Serviertemperatur und Lagerung

 

Im Glas zeigt Amarone ein dichtes, fast undurchdringliches Granatrot. In der Nase dominieren Kirschlikör, getrocknete Pflaumen, Rosinen, Kakao und Gewürze, mit den Jahren kommen Leder und Tabak hinzu. Am Gaumen ist er warm und samtig, mit weichen Tanninen und einem langen Abgang. Unser Amarone della Valpolicella DOCG reift zunächst in Eichenholzfässern und anschließend in der Flasche und zeigt genau dieses Profil aus Sauerkirschlikör, dunkler Schokolade und Leder.

Servieren Sie Amarone bei 18 bis 20 °C in einem großen, bauchigen Glas. Junge Jahrgänge öffnen Sie ein bis zwei Stunden vor dem Essen oder füllen sie in einen Dekanter um, damit sich die Aromen entfalten. Gut gemachte Amarone entwickeln sich zehn bis fünfzehn Jahre positiv, große Jahrgänge und Riserva-Weine auch länger. Lagern Sie die Flaschen liegend, dunkel und bei gleichmäßigen 12 bis 15 °C.

 

Häufige Fragen zum Amarone

 

Ist Amarone ein süßer Wein?

Nein, Amarone della Valpolicella ist ein trockener Rotwein. Durch die reife Frucht aus getrockneten Trauben und den hohen Alkoholgehalt wirkt er weich und fast süßlich, der Restzucker ist aber gering. Die süße Variante aus denselben Trauben heißt Recioto della Valpolicella.

 

Warum ist Amarone so teuer?

Die Herstellung ist aufwendig: Handlese, drei bis vier Monate Trocknung, bei der die Trauben 30 bis 40 Prozent ihres Gewichts verlieren, und mindestens zwei Jahre Reife vor dem Verkauf. Aus derselben Menge Trauben entsteht deutlich weniger Wein als bei einem herkömmlichen Rotwein.

 

Wie lange kann man Amarone lagern?

Ein guter Amarone lässt sich in der Regel zehn bis fünfzehn Jahre lagern und gewinnt dabei an Komplexität. Riserva-Weine und Spitzenjahrgänge halten oft 20 Jahre und länger. Wichtig sind eine liegende Lagerung, Dunkelheit und eine konstante Temperatur von 12 bis 15 °C.

 

 

 

Der Herbst und die Weihnachtszeit sind die perfekte Saison für einen großen Rotwein. Entdecken Sie bei Giordano unsere Auswahl an Weinen aus Venetien und gönnen Sie sich ein Glas Amarone zu Ihrem nächsten Festessen. Salute!

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