Prosecco: Geschichte, Sorten und die besten Speisekombinationen

Alles über den beliebtesten Schaumwein Italiens, vom Aperitif bis zur Tafel

Prosecco: Geschichte, Sorten und die besten Speisekombinationen

veröffentlicht am: 08/06/2026

Kaum ein Wein steht so sehr für italienische Leichtigkeit wie der Prosecco. Mit 667 Millionen produzierten Flaschen allein in der Herkunftsbezeichnung Prosecco DOC war er 2025 der meistgetrunkene Schaumwein der Welt, weit vor dem Champagner mit seinen rund 266 Millionen Flaschen. Über 80 Prozent der Produktion gehen in den Export, und Deutschland gehört seit Jahren zu den wichtigsten Märkten.

Doch was genau ist Prosecco eigentlich? Woher kommt sein Name, wie unterscheiden sich seine Varianten und welche Gerichte begleitet er am besten? In diesem Artikel finden Sie alles, was Sie über den König des Aperitifs wissen sollten.

 

Die Geschichte des Prosecco: vom antiken Rom bis heute

 

Wie so oft bei italienischen Weinen beginnt die Spurensuche im antiken Rom. Eine verbreitete These sieht den Vorfahren des Prosecco im sogenannten „Pucinum“, den Plinius der Ältere in seiner „Naturalis Historia“ beschrieb. Das Vinum Pucinum galt bei den Römern als besondere Köstlichkeit und wurde sogar als lebensverlängerndes Elixier gepriesen.

Der Prosecco, wie wir ihn heute kennen, hat seine Wurzeln im ausgehenden 16. Jahrhundert. Seinen Namen verdankt er dem kleinen Ort Prosecco bei Triest im Friaul. Heute ist die Bezeichnung als DOC und DOCG geschützt: Nur Weine aus den festgelegten Anbaugebieten in Venetien und Friaul-Julisch Venetien dürfen sich Prosecco nennen.

 

Das Terroir: Hügel mit UNESCO-Welterbe-Status

 

prosecco sorten conegliano venetien

 

Hergestellt wird Prosecco hauptsächlich aus der weißen Rebsorte Glera, angebaut in Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Das Herzstück der Appellation sind die Hügel zwischen Conegliano und Valdobbiadene in der Provinz Treviso, deren steile, von Hand bewirtschaftete Weinberge 2019 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden.

Hier entsteht der Prosecco Conegliano Valdobbiadene Superiore DOCG, neben dem Asolo Prosecco Superiore DOCG eine der beiden Spitzenherkünfte der Region. Als beste Lage gilt die Unterzone Cartizze. Die nach Süden ausgerichteten Weinberge profitieren von viel Sonne, der frischen Brise aus Nordosten und der kühlen Alpenluft. Das Ergebnis sind Trauben mit hoher Aromakonzentration und ausgeprägter Frische.

 

Still, perlend oder schäumend: die drei Prosecco-Varianten

 

Prosecco ist nicht nur der Spumante, den die meisten kennen. Die Herkunftsbezeichnung erlaubt drei Varianten.

 

  • Prosecco Tranquillo: ein stiller Weißwein ohne Perlage. Er gilt als die „historische“ Version, die einzig übliche vor dem Aufkommen der Charmat-Methode (auch Martinotti-Methode genannt).
  • Prosecco Frizzante: ein Perlwein mit geringerem Kohlensäuregehalt. Die Perlage ist zarter und weniger anhaltend als beim Spumante.
  • Prosecco Spumante: die populärste Variante, hergestellt im Drucktank nach der Charmat-Methode. Je nach Restzuckergehalt wird er als Brut, Extra Dry oder Dry

 

Die Charmat-Methode, bei der die zweite Gärung im Drucktank statt in der Flasche stattfindet, bewahrt die fruchtigen und blumigen Primäraromen der Glera-Traube. Genau das macht den typisch frischen, unkomplizierten Charakter des Prosecco aus.

 

 

Der König des Aperitifs: Speisekombinationen mit Prosecco

 

Seine große Stärke ist die Vielseitigkeit. Prosecco eröffnet als Aperitif den Abend und kann eine komplette Mahlzeit begleiten. Ein Prosecco Millesimato ist dafür eine ausgezeichnete Wahl: geschmeidig, lebhaft, mit deutlichen Noten von Pfirsich und Aprikose.

Seine zart-fruchtigen Aromen passen hervorragend zu schonend gegarten Gerichten, vor allem mit Gemüse: Spargel und Radicchio Trevisano, typisch für sein Ursprungsgebiet, aber auch Spinat, Zucchini oder Sellerie, gerne mit Ricotta kombiniert. Auch zu Vorspeisen, leichten Antipasti und cremigen Risotti macht er eine ausgezeichnete Figur.

Stehen frischer Fisch, Sushi oder Schalentiere auf dem Tisch, lohnt sich ein Blick auf den Prosecco Rosé Millesimato: ein frisches, fruchtiges Bouquet mit weichen Tanninen und faszinierender aromatischer Komplexität.

Und wenn die Liebe zum Prosecco nach dem Essen noch nicht versiegt ist: Ein Grappa di Prosecco rundet den Abend ab. Die langsame Destillation hebt den aromatischen Reichtum der Glera-Traube hervor und sorgt für einen weichen, wohlriechenden Abschluss.

 

Passt Prosecco zum Dessert?

 

Auch wenn es üblich ist, am Ende einer Mahlzeit mit einem Glas Prosecco anzustoßen: Zum Dessert selbst ist er nicht die beste Wahl. Hier gilt das Prinzip der Konkordanz, also Süßes mit Süßem zu kombinieren. Die Perlage eines trockenen Spumante wirkt neben einer süßen Nachspeise schnell unangenehm hart.

Deutlich besser eignet sich ein Moscato Spumante, dessen typische Aromafülle den süßen Abschluss einer Mahlzeit ideal unterstreicht.

 

FAQ: Häufige Fragen zum Prosecco

 

Was für ein Prosecco eignet sich für Aperol Spritz?

 

Für den klassischen Aperol Spritz eignet sich ein Prosecco DOC Spumante, idealerweise in der Geschmacksrichtung Brut oder Extra Dry. Seine Frische und feine Säure balancieren die bittersüßen Noten des Aperol aus. Ein zu süßer Schaumwein würde den Cocktail schnell überladen.

 

In welchem Glas serviert man Prosecco?

 

Die schlanke Sektflöte ist der Klassiker, weil sie die Perlage schön zur Geltung bringt. Wer die fruchtigen Aromen besser wahrnehmen möchte, greift zu einem tulpenförmigen Glas oder einem Weißweinglas: Die etwas breitere Form lässt das Bouquet besser zur Entfaltung kommen. Als Spritz wird Prosecco dagegen im großen Weinglas mit Eis serviert.

 

Ist Prosecco süß oder trocken?

 

Die meisten Prosecchi sind trocken bis halbtrocken. Entscheidend ist der Restzuckergehalt auf dem Etikett, wobei die Begriffe leicht verwirren: Brut ist am trockensten, Extra Dry die häufigste und leicht süßlichere Variante, und Dry ist trotz des Namens die süßeste der drei Kategorien.

 

Was ist der Unterschied zwischen Prosecco und Sekt?

 

„Sekt“ ist der deutsche Oberbegriff für Qualitätsschaumwein und an keine bestimmte Rebsorte oder Region gebunden. Prosecco ist dagegen eine geschützte Herkunftsbezeichnung: Er darf nur in festgelegten Gebieten Venetiens und Friauls erzeugt werden, hauptsächlich aus der Glera-Traube und in der Regel nach der Charmat-Methode im Drucktank.

 

Was ist der Unterschied zwischen Sekt, Prosecco und Champagner?

 

Alle drei sind Schaumweine, unterscheiden sich aber in Herkunft und Herstellung. Champagner stammt ausschließlich aus der französischen Champagne und reift in traditioneller Flaschengärung, was ihm feine Hefenoten und einen höheren Preis verleiht. Prosecco kommt aus Norditalien, wird im Drucktank vergoren und schmeckt dadurch fruchtiger und unmittelbarer. Sekt ist der deutsche Sammelbegriff für Schaumwein und kann nach beiden Methoden und aus verschiedensten Rebsorten hergestellt werden.

 

 

 

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