Sonne, Meer und ein Boden, der nach Geschichte schmeckt: apulische Weine gehören zu den ausdrucksstärksten Italiens. Der Absatz Italiens, wie die Region wegen ihrer Form genannt wird, zieht sich über rund 400 Kilometer von der Daunia im Norden bis zur Spitze des Salento. Wer hier eine Flasche öffnet, bekommt die Wärme des Südens direkt ins Glas: kräftige Rotweine, mineralische Weißweine und Rosés mit einer Tradition, die es so nur in Apulien gibt.
In diesem Guide zeigen wir Ihnen, welche Rebsorten und Denominationen die Region prägen, warum gerade die apulischen Rosés eine eigene Geschichte erzählen und welche Weine von Giordano sich zum Einstieg besonders lohnen.
Apulien: eine der größten Weinregionen Italiens
Apulien zählt zu den volumenstärksten Weinregionen des Landes. Lange galt die Region vor allem als Lieferant kräftiger Verschnittweine, die anderswo in Italien dünnere Tropfen aufwerteten. Dieses Bild hat sich gedreht. Heute stehen Herkunft, autochthone Reben und Qualität im Vordergrund, und Namen wie Primitivo di Manduria genießen internationale Anerkennung.
Geografisch lässt sich die Region in vier Weinzonen gliedern: die Daunia rund um Foggia im Norden, die Murgia bei Barletta-Andria-Trani mit ihren kalkhaltigen Böden, die Valle d’Itria im Landesinneren und der Salento ganz im Süden, eingerahmt von Adria und Ionischem Meer. Diese Vielfalt erklärt, warum aus Apulien so unterschiedliche Stile kommen, von wuchtigen Rotweinen bis zu salzig-frischen Weißweinen.
Die wichtigsten Rebsorten Apuliens
Drei rote Sorten bestimmen den Charakter der Region. Dazu kommen einige Weißweinreben, die in den letzten Jahren stark an Profil gewonnen haben. Bei den Weißweinen führt kein Weg am Fiano vorbei, der in Apulien duftige, leicht mineralische Weine ergibt. Auch der Chardonnay hat hier ein dankbares Zuhause gefunden, ebenso heimische Reben wie Verdeca und Malvasia, die für frische, lebendige Weißweine sorgen.
Primitivo
Der Primitivo ist die Visitenkarte Apuliens. Die Sorte reift früh und sammelt unter der Südsonne viel Zucker an, woraus kraftvolle, vollmundige Weine mit hohem Alkoholgehalt entstehen. Im Glas zeigen sich reife dunkle Früchte wie Pflaume und Brombeere, dazu Noten von Kakao und Gewürzen. Ihren Höhepunkt erreicht die Sorte im Primitivo di Manduria, dem einzigen italienischen Anbaugebiet, das ganz auf diese Rebe spezialisiert ist.
Negroamaro
Der Negroamaro ist die große Seele des Salento. Sein Name spielt auf die dunkle Farbe und einen leicht bitteren Nachklang an. Als Rotwein ist er strukturiert und warm, mit Aromen von Schwarzkirsche, Pflaume und mediterranen Kräutern. Seine wahre Stärke aber zeigt er als Grundlage vieler apulischer Rosés, wo seine Frucht besonders elegant zur Geltung kommt.
Nero di Troia
Der Nero di Troia ist die anspruchsvollste der drei roten Sorten. Spät reifend und tanninreich, bildet er das Rückgrat der Weine rund um Castel del Monte. Junge Versionen sind herb und würzig, mit Reife gewinnen sie Tiefe und feine florale Noten. Ein Wein für alle, die es ernst und elegant mögen.
Die wichtigsten Denominationen Apuliens
Apulien führt 4 DOCG, rund 28 DOC und 6 IGT. Diese Herkunftsbezeichnungen helfen Ihnen, sich im Angebot zu orientieren.
- Primitivo di Manduria DOC: die berühmteste Denomination der Region, 1974 eingeführt. Der Wein besteht zu mindestens 85 % aus Primitivo; die Riserva reift mindestens 24 Monate, davon 9 im Holzfass.
- Primitivo di Manduria Dolce Naturale DOCG: seit 2011 die erste DOCG Apuliens, ein natürlicher Süßwein aus 100 % Primitivo, ideal als Meditationswein.
- Castel del Monte (drei DOCG): Bombino Nero, Nero di Troia Riserva und Rosso Riserva, das Aushängeschild der Murgia rund um das berühmte Stauferkastell.
- Salice Salentino DOC und weitere Salento-DOC: die Heimat des Negroamaro, oft ergänzt durch Malvasia Nera, für Rot- und Roséweine.
- Puglia IGT und Salento IGT: flexible Bezeichnungen, unter denen viele moderne, sortentypische Weine entstehen, darunter zahlreiche Etiketten von Giordano.
Apulische Rotweine: Kraft und mediterrane Wärme
Wer kräftige Rotweine liebt, ist in Apulien richtig. Zwei Etiketten von Giordano zeigen besonders schön, was die Region kann.
Das Aushängeschild ist der Primitivo di Manduria DOC. Er ist vollmundig und samtig, mit dichten Aromen von reifer Pflaume, Brombeere und einem Hauch Kakao, getragen von der typischen weichen Wärme des Südens. Servieren Sie ihn bei 16 bis 18 °C, am besten zu reichhaltigen Gerichten wie Lamm, Schmorbraten oder Wild. Auch zu einer kräftigen Pasta mit Fleischragù und zu gereiftem Pecorino kommt er bestens zur Geltung.
Eine Besonderheit aus der eigenen Kellerei in Torricella ist der Esclusivo Etichetta Oro Rosso Puglia IGT. Sortenrein aus Salento-Trauben gewonnen und in Eichenfässern ausgebaut, umrahmen feine Noten von Vanille und Gewürzen die dunkle Frucht. Er wirkt eleganter und runder als ein junger Primitivo und passt hervorragend zu gegrilltem rotem Fleisch, würzigen Eintöpfen und herzhaften Käseplatten.
Apulische Roséweine: das Herz der italienischen Rosé-Tradition

Wenn es eine Weinkategorie gibt, in der Apulien Maßstäbe setzt, dann ist es der Rosé. Der Salento gilt als Wiege des italienischen Rosés: Hier wurde 1943 der erste in Flaschen abgefüllte Rosato Italiens erzeugt, aus Negroamaro und Malvasia Nera. Was damals begann, ist heute eine eigene Stilrichtung.
Apulische Rosés sind in der Regel trocken, nicht süß. Aus Negroamaro entstehen Weine mit der Farbe von Kirschblüten, mit Aromen von Kirsche und Walderdbeere, frisch und zugleich mit angenehmem Körper. Rosés aus Primitivo wirken etwas fülliger und fruchtbetonter. Beide passen hervorragend zu Aperitif, Fisch, weißem Fleisch und der mediterranen Küche.
Bei Giordano lohnt sich der Blick auf den Rosato Primitivo Puglia IGT, eine zartere Lesart des berühmten Primitivo. Im Glas leuchtet er in hellem Kirschrosa, in der Nase überwiegen Kirsche, Walderdbeere und ein Hauch Granatapfel. Am Gaumen ist er trocken, frisch und zugleich fruchtbetont, mit angenehmem Körper. Gut gekühlt bei 8 bis 10 °C ist er ein idealer Begleiter für den Aperitif, für Fisch und Meeresfrüchte, für weißes Fleisch und leichte Sommergerichte wie Orecchiette mit frischem Tomatensugo. Die gesamte Auswahl finden Sie in der Kategorie apulische Roséweine.
Apulische Weißweine: frisch, mediterran, vielseitig
Der Süden kann auch leicht und duftig. Neben heimischen Reben wie Verdeca und Malvasia haben sich in Apulien Fiano und Chardonnay einen festen Platz erobert, mit Weinen, die Frische und mediterranen Charakter verbinden.
Stellvertretend dafür steht der Fiano Puglia IGT. Er zeigt ein strohgelbes Funkeln und ein Bukett aus gelbem Steinobst, Zitrusfrüchten und einem feinen blumigen Ton. Am Gaumen ist er trocken und ausgewogen, mit lebendiger Säure und einer leicht mineralischen Note, die an die sonnenverwöhnten Böden erinnert. Serviert bei 10 bis 12 °C harmoniert er mit Vorspeisen, Meeresfrüchten, der typischen Focaccia und gegrilltem Gemüse. Alle Etiketten finden Sie unter den apulischen Weißweinen.
Häufige Fragen zu apulischen Weinen
Was für ein Wein ist ein Primitivo?
Der Primitivo ist ein kräftiger, vollmundiger Rotwein aus Süditalien, vor allem aus Apulien. Die früh reifende Rebsorte entwickelt unter der Südsonne viel Zucker und damit einen hohen Alkoholgehalt. Typisch sind Aromen von reifer Pflaume, Brombeere, Kakao und Gewürzen sowie eine weiche, samtige Struktur. Bekanntester Vertreter ist der Primitivo di Manduria.
Wie schmeckt Negroamaro?
Negroamaro schmeckt warm und strukturiert, mit Aromen von Schwarzkirsche, Pflaume und mediterranen Kräutern und einem leicht bitteren Nachklang, auf den schon der Name anspielt. Als Rotwein passt er gut zu Fleisch und würzigen Gerichten. Als Rosé zeigt er sich frisch und fruchtig, mit Noten von Kirsche und Walderdbeere.
Welche Rebsorten sind typisch für Apulien?
Die wichtigsten roten Sorten sind Primitivo, Negroamaro und Nero di Troia. Bei den Weißweinen prägen Fiano, Chardonnay sowie heimische Reben wie Verdeca und Malvasia das Bild. Aus Negroamaro und Primitivo entstehen außerdem die charaktervollen Rosés der Region.
Sind apulische Roséweine süß oder trocken?
Apulische Roséweine sind in der Regel trocken. Sie verbinden eine fruchtige Aromatik aus Kirsche und Walderdbeere mit erfrischender Säure und einem angenehmen Körper. Süße Spezialitäten der Region sind dagegen eher rote Süßweine wie der Primitivo di Manduria Dolce Naturale DOCG.
Welche ist die bekannteste Weinregion Apuliens?
Am bekanntesten ist der Salento, die Spitze des italienischen Stiefels, Heimat des Negroamaro und Wiege des italienischen Rosés. Ebenso berühmt ist das Gebiet rund um Manduria, das einzige in Italien, das ganz auf den Primitivo spezialisiert ist.
Ob kräftiger Primitivo, eleganter Negroamaro oder ein Rosé mit großer Tradition: Apulien bietet für jeden Geschmack das Richtige. Stöbern Sie in unserer Auswahl apulischer Weine oder lassen Sie sich von einem unserer Probierpakete durch den Süden Italiens führen. Buon vino, buona vita!
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